Lesung und Ausstellungseröffnung - Sonntag, 09. August bis Sonntag, 20. September 2020

  BischofsMacht und HexenMord

So. 9. August  16 Uhr

Museum Das Jurahaus, Höfchen

Lesung: Bonschab – ein Name auf den Tod?

Wolfram P. Kastner und Claus-Peter Lieckfeld

Aus dem Verhör- und Folterprotokoll der Eichstätter Gastwirtin und Bürgermeisterfrau Ursula Bonschab.

Die Gastwirtin und Bürgermeisterfrau Ursula Bonschab wurde im Alter von 36 Jahren am 16. März 1627 von den Eichstätter „Hexen“jägern des Fürstbischofs Westerstetten gefangen genommen, verhört, gefoltert, ausgeraubt, als „Hexe“ verurteilt, mit dem Schwert „justifiziert“ und zu Asche verbrannt. Ihre Eltern und ihr Mann wurden ebenfalls verfolgt und hingerichtet – insgesamt 10 Familienmitglieder.

Das ausführliche Protokoll des Verhörs, der Folter und das Todesurteil sind in alter Schrift in Archiven erhalten und wurden von Wolfram P. Kastner transkribiert.

Die beiden Gestalter und Kuratoren der Ausstellung „wegen HEXEREY“ 2017 in Eichstätt lesen aus diesen Dokumenten vor und zeigen sie in einer kleinen Ausstellung.

 

Ausstellungeröffnung:

So. 9. August 17.30 Uhr

BischofsMacht und HexenMord

Lithografien zur Verfolgung sogenannter Hexen

von Wolfram P. Kastner 

Museum Das Jurahaus

 

Ausstellung bis 20. September 2020
zu den Museumszeiten geöffnet

 

Wolfram P. Kastner, in München zufällig geboren und aufgewachsen, malt Bilder, macht Ausstellungen, erforscht Geschichte und zeigt auch im öffentlichen Raum Kunst, die sich einmischt und mitunter stört; Kunst, die sichtbar macht, was sonst nicht zu sehen ist. 

Seine Kunst bewirkt Nachdenken und Diskussion, Widerspruch, Verbote, selten Morddrohungen und Strafanzeigen. Neben seinen Interventionen und Aktionen in der Öffentlichkeit zu politischen Themen wie Gewalt, Ausgrenzung und Militarisierung, entstehen Installationen, Objekte und witzige, bissige aber auch schöne Bilder, Grafik, Zeichnungen, Objekte, Säulenfotos, KulturBeutel, NotfallUhren, Zeit, Aktien, Ruhekissen u.a. 

Claus-Peter Lieckfeld, aufgewachsen am Nordrand der Lüneburger Heide, studierte in Hamburg Deutsch und Sozialkunde, war Reporter beim NDR, langjährig Redakteur bei Horst Sterns natur und später beim WWF-Verlag pro natur.

Lieckfeld schrieb für GEO, Merian, SZ-Magazin und andere Medien. Er textete für Dieter Hildebrandt und Lore Lorentz, schrieb historische Romane (zuletzt "Anwalt der Hexen" und "Die Flucht des Großen Jägers“) und verfasste viele Sachbücher, unter anderen: Tatort Wald, More than Honey, Wandlungskünstler (Metamorphose der Insekten).  

Für seinen Roman "427" erhielt Lieckfeld den deutschen Science Fiction-Preis