Ausstellung - 21.10.2017 bis 26.11.2017

 Ausstellung „Jüdische Porträts“ Lithografien von Hermann Struck

Ausstellungseröffnung mit Einführung und Lesung

Sa. 21.10. 17 Uhr 
Jesuitenrefektorium des Bischöflichen Seminars, Leonrodplatz 3, Eichstätt

Anschließend Vernissage im Museum Das Jurahaus
Klezmermusik von LaLiLu

Ausstellung

So. 22.10. bis So. 26.11. 2017

Museum Das Jurahaus

Eichstätt, Rot-Kreuz-Gasse 17

Öffnungszeiten:
Mi. 9-12 Uhr
Fr. 12-16 Uhr
So. 14-16 Uhr

Der jüdische Künstler Hermann Struck versammelte vor und nach dem 1. Weltkrieg zahlreiche bedeutende Künstler in seinem Berliner Atelier: Liebermann, Munch, Slevogt, Meid, Kokoschka, Barlach und andere. Er war 1876 in Berlin als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren; Großvater und Urgroßvater waren Rabbiner in Posen gewesen. Nach dem Studium an der Berliner Kunstakademie (1895-1900) werden 1901 bereits die ersten grafischen Werke veröffentlicht, bereits 1902 ernennt ihn die Londoner "Royal Society of Painter-Etchers and Engravers" zu ihrem Mitglied. Er war Lehrer von Marc Chagall, Max Lieberman, Lovis Corinth und vielen anderen in den Techniken der Lithografie und Radierung. Während Struck in Deutschland fast vergessen ist, wird er in Israel als "die künstlerische Seele Israels" verehrt.

Beim Kriegsausbruch 1914, längst ein angesehener Künstler, wurde er als Offizier in Litauen eingesetzt. Etwa 400 Grafiken entstanden in diesen Jahren, meist in Mappenwerken veröffentlicht: Landschaften, intakte, dann zerstörte Architektur, vor allem aber die Menschen, denen er begegnete. 1918 lässt er 50 Lithografien „Skizzen aus Russland. Ostjuden“ drucken.

Diese Menschen sind Opfer des nationalsozialistischen Rassenhasses geworden. Struck hat mit seinen Lithografien das Gesicht, die Würde und die Individualität der Entrechteten und Ermordeten bewahrt.

Prof. Dr. Erich Naab stellt eine Auswahl aus seiner privaten Sammlung von Hermann Strucks Lithografien dem Jurahausverein für eine Ausstellung zur Verfügung.

Bei der Einführung und Lesung, die im Jesuitenrefektorium stattfindet, kommt eine der erregendsten Auseinandersetzungen mit der Shoa, Texte des litauischen Juden Zvi Kolitz, "Yossl Rakover ret tsu Got", 1946 erstmals in Buenos Aires erschienen, in deutscher Übersetzung aus dem Jiddischen, vorgetragen von Almut Weyergraf.

Anschließend findet die Ausstellungseröffnung im Museum Das Jurahaus statt.

Das Trio LaLiLu begleitet den Eröffnungsabend mit flotter Klezmermusik: Luisa Hänsel und Agnes Liberta auf der Klarinette, Laurens Zimpel auf dem Fagott.

In Zusammenarbeit mit der KEB Eichstätt